Hafenrand = Woterkant

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Ich lade Sie einmal zu einem - zugegebenermaßen recht ausgedehnten - Spaziergang entlang der Elbe und der kleinen Fleete und Kanäle in deren Nachbarschaft ein. Sie bekommen hier ein schönes Bild von der Waterkant, der Hafenseite der Stadt. Hier gibt es keine eleganten Geschäfte aber viele Stücke sehenswerter Architektur. Sie können sich natürlich an jeder beliebigen Stelle in die Route einklinken oder Teile mit dem Schiff zurücklegen. Von den Elbbrücken bis Neumühlen sollten Sie als Fußgänger schon vier Stunden veranschlagen.

Die neuen Elbbrücken

markieren den Abschluß der Unterelbe. Hier endet der für Seeschiffe befahrbare Bereich der Unterelbe. Elbaufwärts können nur noch Binnenschiffe fahren. Da es unterhalb von Geesthacht keine Stauwehre oder Schleuse auf der Elbe mehr gibt, wirken sich auch hier die Gezeiten aus. Die heutige Elbbrücke entstand 1960, die erste Eisenbahnbrücke entstand 1872 und wurde 1888 für den Straßenverkehr erweitert.

In der Nähe der Elbbrücke, im Baakenhafen, liegt ein russisches U-Boot U434, das besichtigt werden kann.

Im Bereich zwischen dem Bahndamm, mit der Hauptstrecke zum Hauptbahnhof, entsteht ein Teil der HafenCity, einem engagierten Projekt zur Neugestaltung alter Hafenflächen, die infolge der Containerisierung der Schifffahrt heute nicht mehr benötigt werden. Hier sollen bis 2012 Wohnhäuser entstehen.

Wir gehen zurück in Richtung Elbbrücken und folgen dem Verlauf der Amsinckstraße. Nördlich dieser Straße, im Stadtteil Hammerbrook ist in den letzten Jahren die City Süd entstanden, mit sehr vielen modernen Verwaltungsgebäuden und einzelnen Wohnhäusern.

Am Nagelsweg wenden wir uns nach links und können von der Banksstraße die Großmarkthallen (Architekt: Bernhard Hermkes,1960) anschauen, eine richtungweisende Spannbetonkostruktion.

Über den Mittelkanal gehen wir weiter bis zur Oberhafenbrücke, die 2007 renoviert wird. Nördlich der Banksstraße liegen die Gleise des alten Berliner Bahnhofs, die als Rangierflächen für den Hauptbahnhof genutzt werden. Auf der anderen Seite der Oberhafenbrücke lädt die Oberhafenkantine zu einem kleinen Imbiss ein.

City-Hochhäuser von Südost

Skulpturen an der ersten Banksbrücke

Oberhafenbrücke

Oberhafenkantine

Deichtorhalle

Jenseits der Bahngleise liegen die

Deichtorhallen

Es sind ehemalige Markthallen, die seit etlichen Jahren als Ausstellungsräume für wechselnde Ausstellungen genutzt werden. Die davor aufgestellte Plastik ist das Signet der Körberwerke, die mit einer Stiftung den Unterhalt der Hallen gewärleisten. In der Nähe des Hauptbahnhofes und der U-Bahnstation Steinstraße bietet sich dieser Punkt als späterer Einstieg in die Route an. Vor der Halle ist ein Fesselballon stationiert, der aus 150 m Höhe einen guten Überblick über die Stadt bietet (Fotos). Gegenüber liegt das Deichtorcenter (Architekten: Bothe, Richter, Teherani), ein dreieckiger Glasbau.

Jenseits der Amsinckstraße, die hier mit weiteren Spuren durch den Deichtortunnel geführt wird, liegt das Kontorhausviertel mit den klassischen Klinkerbauten, unter anderem mit Fritz Högers Chilehaus im klassischen Backsteinexpressionismus. Dieses Gebiet wurde in den 1920ern durch große Kontorhäuser, in denen viele kleine Firmen aus der Import- und Exportwirtschaft ihre Büros hatten, nach den städtbaulichen Plänen von Fritz Schumacher bebaut. Vor der Bebauung mit dem Kontorhausviertel war das Gebiet von vielen kleinen Fleeten durchzogen und eng mit Wohnhäusern in der typischen Manier der Gängeviertel bebaut. In der Choleraepidemie lag hier das Zentrum der Infektionen, dies führte zu Überlegungen, die Bebauung zu ändern, um die Seuchengefahr nachhaltig einzudämmen. Schumacher hatte zunächst einenen hohen Anteil von Wohnungen im Planungsgebiet vorgesehen, dies änderte sich während der Bauzeit und die Wohnungen wurden verdrängt, unter anderem in die Jarrestadt und zum Dulsberg.

Vorbei am Danske Hus, einem modernen Klinkerbau geht es über die Will-Brandt-Straße zum Zollkanal. Bis zur Aufgabe der Speicherstadt als Freihafengebiet bildete der Zollkanal die Freihafengrenze.

Am Zollkanal

Entlang des Zollkanals zieht sich die Mauer der Hochwasserschutzanlagen, die den Bereich der Innenstadt vor den Sturmfluten der Elbe schützen sollen. bbe und flut wirken sich hier noch stark aus, und machnmal können auch Uferteile trockenfallen.

Nördlich der Straße Dovenfleet am Zollkanal liegen die Bauten der Spiegelverlagsgruppe. Das Zollmuseum kann über die Wandrahmsbrücke erreicht werden. Im weiteren Verlauf nähern wir uns der Hauptkirche St. Katharinen, sie wurde im 17. Jahrhundert als Kirche für die dicht besiedelten Elbinseln gegründet, auf denen 1882 die Speicherstadt errichtet wurde. Die Kirche wurde bis auf die Außenmauern und den Turmschaft von den Bomben des Unternehmens Gomorrha 1943 zerstört und in den frühen 50ern restauriert.

Wir bleiben nördlich des Zollkanals und werfen einen Blick in die Reimerstwiete. Hier steht - liebevoll restauriert - eines der wenigen alten Fachwerkhäuser Hamburgs. Wir gehen weiter bis zur Hohen Brücke. Hier mündet der Nikolaifleet, der alte Mündungsarm der Alster in den Zollkanal. Wir sehen die Rückseiten der Häuser am Cremon und der Deichstraße, die zu einem grossen Teil in der alten Bausubstanz erhalten sind und restauriert wurden. An der Hohen Brücke steht ein alter Kran - der "Neue Kran" -, aus den Zeiten, in denen hier noch Schiffe entladen wurden.

St. Katharinen vom Nikolaiturm

St. Katharinen im Morgenlicht

Neuer Kran

Reimerstwiete

Nikolaifleet Rückseite Deichstr.

Speicherstadt

Über die Fußgängerbrücke gegen wir über den Zollkanal in die Speicherstadt. Die verklinkerten Bauten dienten in den Zeiten vor der Containerisierung zur Lagerung von Tee und Gewürzen. Auch die Kaffeehändler hatten hier ihren Sitz, als Kaffee noch in Säcken verladen wurde. Der olfaktorische Reiz ist leider Vergangenheit. Heute dienen die grossen, hohen und tiefen Räume meist als Großraumbüros für die "Kreativen". Im alten Kraftwerk bietet ein Modell der HafenCity einen guten Überblick über die Planungen. Gehen Sie am Kehrwieder weiter nach Westen. Zwischen den Neubauten am Kehrwieder laufen sie auf die kleine Polizeiwache der Wasserschutzpolizei zu.

Fußmüde? Sie können hier am Sandtorhöft, direkt an der Norderelbe, auf eine Hafenfähre (Linie 62 nach Finkenwerder, viertelstündlich) wechseln und einen Teil der weiteren Route mit dem Schiff zurücklegen.

Baumwall und Vorsetzen

Gehen sie über die rechte Brücke in Richtung auf die U-Bahnstation Baumwall. Eigentlich ist es hier die Hochbahn, die hier auf einem Viadukt fährt und erst hinter der Haltestelle Landungsbrücken wieder unterirdisch weiterverläuft und den frühesten Teil des Hamburger U-Bahnnetzes bildet.

Dieses untere Ende des Zollkanals bildet mit dem Binnenhafen den wohl ältesten Teil des Hafens, heute ist das der Liegeplatz für viele Barkassen, die den Personenverkehr im Hafen besorgen. Hier mündet an der Schaartorschleuse mit dem Alsterfleet seit dem 17.Jahrhundert die Alster in die Elbe. Schwimmende Holz-Balken sperrten einst nachts die Zufahrt zum Hafen Vor dem Baumwall liegt der Niedernhafen, in dem auch Sportboote ihren Liegeplatz finden.

Unterhalb des Bahnhofes Baumwall, am Herrengraben, steht ein kleines Gebäude, dass einen Eingang in das Hamburger Sielsystem bietet, es wurde ursprünglichen für Kaiser Wilhelm II. als prominenten Besucher errichtet. Eine Besichtigung der Siele ist nur nach Voranmeldung möglich.

Das graue, stark gegliederte Verlagsgebäude von Gruner+Jahr (Architekten: Steidle + Partner, Schweger & Partner) wurde 1989 errichtet.

Vor den Vorsetzen liegt die Überseebrücke, eine Anlegemöglichkeit auf schwimmenden Pontons, die sich den Gezeiten entsprechend hebt oder senkt. Hier ist der Liegplatz für einen fahrfähigen Stückgutfrachter, der Cap San Diego, die hier ihren festen Liegeplatz als Museumsschiff hat. Gelegentlich machen hier auch Kreuzfahrschiffe fest, sofern sie nicht zum Kreuzfahrtterminal fahren. Hier ist auch Liegeplatz für die verschiedenen Besucher der Stadt.

Auf dem anderen Ufer der Elbe, auf dem kleinen Grasbrook, sieht man das Theater am Hafen, in dem zur Zeit der "König der Löwen" als Musical gespielt wird. Bis in die 1960er war dies der Standort für die Stülckenwerft, heute ist in diesem Bereich nur noch Blohm + Voss, mit dem Trockendock Elbe 17 und den Schwimmdocks als Rest der Werftindustrie in Hamburg vertreten - im Reiherstieg gibt es außerdem noch die Norderwerft.

Landungsbücken

Der Uhrturm, der neben der Uhrzeit den Pegelstand anzeigt zeigt an, dass wir uns den Landungsbrücken nähern. Diese 205 m lange Anlage aus mehreren Pontons diente der Abfertigung und Versorgung von Dampfschiffen. In der gegenwärtigen Form wurde sie 1909 nach Entwürfen von Raabe & Wöhlecke gebaut. Heute fahren von Hier die Hafenfähren und die Linien im Unterelbeverkehr bis Helgoland. Auch die Schiffe und Barkassen der Hafenrundfahrten fahren auch von hier ab. Gelegentlich macht auch einmal ein etwas grösseres Schiff hier fest.

Am Ostende hat die Rickmer Rickmers, ein Drei-Mast-Vollschiff (gebaut 1896) ihren Liegeplatz. Sie dient als Museumsschiff.

Hier ist der Steilhang des Urstromtals der Elbe bereits gut zu erkennen, die U-Bahn Station liegt auf halber Höhe. Der Steilhang setzt sich bis Wedel fort. Das andere "Ufer" wird von den Harburger Bergen markiert. Oberhalb der Station, auf dem Stintfang, liegt eine der Hamburger Jugendherbergen.

Am westlichen Ende der Landungsbrücken ist der Eingang zum 1911 fertig gestellten Alten Elbtunnel. Er ist auch für Fahrzeuge passierbar, die mit Fahrstühlen auf die Tunnelsohle gebracht werden.

Wir gehen weiter auf der Hafenstraße, oberhalb liegen das Tropeninstitut, das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie und der Deutsche Wetterdienst mit einer Hamburger Dienststelle.

Hochbahnviadukt Vorsetzen

Landungsbrücken im Winter

Elbtunnel

Elbtunnel

Beachclub bei den Landungsbrücken

Fischmarkt

Im weiteren Straßenverlauf kommen wir zum Altonaer Fischmarkt, hier wird Sonntags ein Fischmarkt abgehalten. Zentrum des Fischmarktes ist die alte Fischauktionshalle. In diesem Bereich gibt es keinen Schutz vor Sturmfluten und der Bereich wird glegentlich einmal überflutet.

Die angrenzenden Bauten, der alte Fischmarktspeicher wurden völlig umgebaut und für Wohnung, Büros und Läden verwendet. Im Stilwerk finden sich viele Läden mit Möbeln und Wohnungseinrichtungsgegenständen.

Altona

Seit dem Fischmarkt befinden wir uns im Stadtteil Altona, einer ehemals selbständigen Stadt, die 1932 eingemeindet wurde.

Die Große Elbstraße führt uns zu einigen Betrieben, in denen noch heute mit Fisch gehandelt und Fisch weiter verarbeitet wird. Der Englandterminal diente als Anleger für die -mitttlerweile stillgelegte- Fährverbindung Hamburg - Harwich. Ab dem markanten "Dockland" wurden an der Großen Elbstraße etliche Neubauten errichtet.

Wir steigen eine Treppen hinauf und gehen im Park oberhalb der Gr. Elbstraße weiter zum Altonaer Balkon, der einen schönen Ausblick auf den Köhlbrand mit der markanten Köhlbrandbrücke bietet.

England-Terminal

Neubauten an der Elbstraße

Dockland

Köhlbrand

Am Altonaer Balkon

Auf der Elbinsel Waltershof liegt einer der großen Hamburger Containerterminals

Unser Weg endet in Neumühlen, gekennzeichnet durch ein zu einem Senioren-Wohnsitz umgebauten alten Kühlhaus. Am Schiffsanleger Neumühlen ist der kleine Museumshafen Övelgönne. Sie können von hier mit dem Bus onder der Hafenfähre wieder in die Stadt fahren.

Alternativ können sie natürlich auch noch an der Elbe weiter laufen. Vorbei am alten Schweden, einen 217 Tonnen schweren findling, der in der elbe gefunden wurde, dem Jenischhaus und weiter bis Blankenese. Für diese Strecke sollten Sie allerdings noch einmal anderthalb Stunden Fußweg veranschlagen.


aktualisiert am 09.10.2007 23:17:20 ©W.Meinhart
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