Hafenrand = Woterkant |
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Ich lade Sie einmal zu einem - zugegebenermaßen recht ausgedehnten - Spaziergang entlang der Elbe und der kleinen Fleete und Kanäle in deren Nachbarschaft ein. Sie bekommen hier ein schönes Bild von der Waterkant, der Hafenseite der Stadt. Hier gibt es keine eleganten Geschäfte aber viele Stücke sehenswerter Architektur. Sie können sich natürlich an jeder beliebigen Stelle in die Route einklinken oder Teile mit dem Schiff zurücklegen. Von den Elbbrücken bis Neumühlen sollten Sie als Fußgänger schon vier Stunden veranschlagen. Die neuen Elbbrücken
Im Bereich zwischen dem Bahndamm, mit der Hauptstrecke zum Hauptbahnhof, entsteht ein Teil der HafenCity, einem engagierten Projekt zur Neugestaltung alter Hafenflächen, die infolge der Containerisierung der Schifffahrt heute nicht mehr benötigt werden. Hier sollen bis 2012 Wohnhäuser entstehen.
Über den Mittelkanal gehen wir weiter bis zur Oberhafenbrücke, die 2007 renoviert wird. Nördlich der Banksstraße liegen die Gleise des alten Berliner Bahnhofs, die als Rangierflächen für den Hauptbahnhof genutzt werden. Auf der anderen Seite der Oberhafenbrücke lädt die Oberhafenkantine zu einem kleinen Imbiss ein.
Jenseits der Bahngleise liegen die Deichtorhallen
![]() Vorbei am Danske Hus, einem modernen Klinkerbau geht es über die Will-Brandt-Straße zum Zollkanal. Bis zur Aufgabe der Speicherstadt als Freihafengebiet bildete der Zollkanal die Freihafengrenze. Am ZollkanalEntlang des Zollkanals zieht sich die Mauer der Hochwasserschutzanlagen, die den Bereich der Innenstadt vor den Sturmfluten der Elbe schützen sollen. bbe und flut wirken sich hier noch stark aus, und machnmal können auch Uferteile trockenfallen. ![]() Nördlich der Straße Dovenfleet am Zollkanal liegen die Bauten der Spiegelverlagsgruppe. Das Zollmuseum kann über die Wandrahmsbrücke erreicht werden. Im weiteren Verlauf nähern wir uns der Hauptkirche St. Katharinen, sie wurde im 17. Jahrhundert als Kirche für die dicht besiedelten Elbinseln gegründet, auf denen 1882 die Speicherstadt errichtet wurde. Die Kirche wurde bis auf die Außenmauern und den Turmschaft von den Bomben des Unternehmens Gomorrha 1943 zerstört und in den frühen 50ern restauriert. Wir bleiben nördlich des Zollkanals und werfen einen Blick in die Reimerstwiete. Hier steht - liebevoll restauriert - eines der wenigen alten Fachwerkhäuser Hamburgs. Wir gehen weiter bis zur Hohen Brücke. Hier mündet der Nikolaifleet, der alte Mündungsarm der Alster in den Zollkanal. Wir sehen die Rückseiten der Häuser am Cremon und der Deichstraße, die zu einem grossen Teil in der alten Bausubstanz erhalten sind und restauriert wurden. An der Hohen Brücke steht ein alter Kran - der "Neue Kran" -, aus den Zeiten, in denen hier noch Schiffe entladen wurden.
Speicherstadt![]() Über die Fußgängerbrücke gegen wir über den Zollkanal in die Speicherstadt. Die verklinkerten Bauten dienten in den Zeiten vor der Containerisierung zur Lagerung von Tee und Gewürzen. Auch die Kaffeehändler hatten hier ihren Sitz, als Kaffee noch in Säcken verladen wurde. Der olfaktorische Reiz ist leider Vergangenheit. Heute dienen die grossen, hohen und tiefen Räume meist als Großraumbüros für die "Kreativen". Im alten Kraftwerk bietet ein Modell der HafenCity einen guten Überblick über die Planungen. Gehen Sie am Kehrwieder weiter nach Westen. Zwischen den Neubauten am Kehrwieder laufen sie auf die kleine Polizeiwache der Wasserschutzpolizei zu. Fußmüde? Sie können hier am Sandtorhöft, direkt an der Norderelbe, auf eine Hafenfähre (Linie 62 nach Finkenwerder, viertelstündlich) wechseln und einen Teil der weiteren Route mit dem Schiff zurücklegen. Baumwall und Vorsetzen![]() Gehen sie über die rechte Brücke in Richtung auf die U-Bahnstation Baumwall. Eigentlich ist es hier die Hochbahn, die hier auf einem Viadukt fährt und erst hinter der Haltestelle Landungsbrücken wieder unterirdisch weiterverläuft und den frühesten Teil des Hamburger U-Bahnnetzes bildet. Dieses untere Ende des Zollkanals bildet mit dem Binnenhafen den wohl ältesten Teil des Hafens, heute ist das der Liegeplatz für viele Barkassen, die den Personenverkehr im Hafen besorgen. Hier mündet an der Schaartorschleuse mit dem Alsterfleet seit dem 17.Jahrhundert die Alster in die Elbe. Schwimmende Holz-Balken sperrten einst nachts die Zufahrt zum Hafen Vor dem Baumwall liegt der Niedernhafen, in dem auch Sportboote ihren Liegeplatz finden. Unterhalb des Bahnhofes Baumwall, am Herrengraben, steht ein kleines Gebäude, dass einen Eingang in das Hamburger Sielsystem bietet, es wurde ursprünglichen für Kaiser Wilhelm II. als prominenten Besucher errichtet. Eine Besichtigung der Siele ist nur nach Voranmeldung möglich. ![]() Das graue, stark gegliederte Verlagsgebäude von Gruner+Jahr (Architekten: Steidle + Partner, Schweger & Partner) wurde 1989 errichtet. Vor den Vorsetzen liegt die Überseebrücke, eine Anlegemöglichkeit auf schwimmenden Pontons, die sich den Gezeiten entsprechend hebt oder senkt. Hier ist der Liegplatz für einen fahrfähigen Stückgutfrachter, der Cap San Diego, die hier ihren festen Liegeplatz als Museumsschiff hat. Gelegentlich machen hier auch Kreuzfahrschiffe fest, sofern sie nicht zum Kreuzfahrtterminal fahren. Hier ist auch Liegeplatz für die verschiedenen Besucher der Stadt. Auf dem anderen Ufer der Elbe, auf dem kleinen Grasbrook, sieht man das Theater am Hafen, in dem zur Zeit der "König der Löwen" als Musical gespielt wird. Bis in die 1960er war dies der Standort für die Stülckenwerft, heute ist in diesem Bereich nur noch Blohm + Voss, mit dem Trockendock Elbe 17 und den Schwimmdocks als Rest der Werftindustrie in Hamburg vertreten - im Reiherstieg gibt es außerdem noch die Norderwerft. Landungsbücken![]() Der Uhrturm, der neben der Uhrzeit den Pegelstand anzeigt zeigt an, dass wir uns den Landungsbrücken nähern. Diese 205 m lange Anlage aus mehreren Pontons diente der Abfertigung und Versorgung von Dampfschiffen. In der gegenwärtigen Form wurde sie 1909 nach Entwürfen von Raabe & Wöhlecke gebaut. Heute fahren von Hier die Hafenfähren und die Linien im Unterelbeverkehr bis Helgoland. Auch die Schiffe und Barkassen der Hafenrundfahrten fahren auch von hier ab. Gelegentlich macht auch einmal ein etwas grösseres Schiff hier fest. Am Ostende hat die Rickmer Rickmers, ein Drei-Mast-Vollschiff (gebaut 1896) ihren Liegeplatz. Sie dient als Museumsschiff. Hier ist der Steilhang des Urstromtals der Elbe bereits gut zu erkennen, die U-Bahn Station liegt auf halber Höhe. Der Steilhang setzt sich bis Wedel fort. Das andere "Ufer" wird von den Harburger Bergen markiert. Oberhalb der Station, auf dem Stintfang, liegt eine der Hamburger Jugendherbergen. Am westlichen Ende der Landungsbrücken ist der Eingang zum 1911 fertig gestellten Alten Elbtunnel. Er ist auch für Fahrzeuge passierbar, die mit Fahrstühlen auf die Tunnelsohle gebracht werden. Wir gehen weiter auf der Hafenstraße, oberhalb liegen das Tropeninstitut, das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie und der Deutsche Wetterdienst mit einer Hamburger Dienststelle.
Fischmarkt
![]() Die angrenzenden Bauten, der alte Fischmarktspeicher wurden völlig umgebaut und für Wohnung, Büros und Läden verwendet. Im Stilwerk finden sich viele Läden mit Möbeln und Wohnungseinrichtungsgegenständen. AltonaSeit dem Fischmarkt befinden wir uns im Stadtteil Altona, einer ehemals selbständigen Stadt, die 1932 eingemeindet wurde. Die Große Elbstraße führt uns zu einigen Betrieben, in denen noch heute mit Fisch gehandelt und Fisch weiter verarbeitet wird. Der Englandterminal diente als Anleger für die -mitttlerweile stillgelegte- Fährverbindung Hamburg - Harwich. Ab dem markanten "Dockland" wurden an der Großen Elbstraße etliche Neubauten errichtet. Wir steigen eine Treppen hinauf und gehen im Park oberhalb der Gr. Elbstraße weiter zum Altonaer Balkon, der einen schönen Ausblick auf den Köhlbrand mit der markanten Köhlbrandbrücke bietet.
Alternativ können sie natürlich auch noch an der Elbe weiter laufen. Vorbei am alten Schweden, einen 217 Tonnen schweren findling, der in der elbe gefunden wurde, dem Jenischhaus und weiter bis Blankenese. Für diese Strecke sollten Sie allerdings noch einmal anderthalb Stunden Fußweg veranschlagen. |
| aktualisiert am 09.10.2007 23:17:20 | ©W.Meinhart |